• Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.
Die Mischung macht's!

Substrat

Kurz zusammengefasst:

  • Mische die Erde so, dass die Pflanze nach spätestens 1 bis 2 Wochen wieder gegossen werden muss.
  • Benutze dabei Erde (Torf, Kokoshum, topffreie Erde) und gröbere Bestandteile (Perlit, Bims, Blähton…).
  • Entferne soweit möglich die alte Erde beim Umtopfen.
  • Topfe nicht im Winter um.
  • Benutze in Selbstbewässerungstöpfen nur anorganische Substrate.

Die Wahl der Erde ist wohl das kontroverseste Thema in der Pflanzen-Community. Wir werden uns auf die Basics beschränken und einige einfache Substrate/Mischungen vorstellen.

Wie bereits beim Thema Gießen erwähnt, benötigen Wurzeln neben Wasser auch Sauerstoff. Zudem bietet die Erde den Halt und speichert die Nährstoffe. Eine perfekte Erde bietet also sowohl Wasser als auch Luft, hält die Pflanze fest im Topf und bietet ihr Nährstoffe.

Reines Torf, Gartenerde oder Kokoshum besteht aus sehr feinen Partikeln. Wenn sie nass sind (also frisch gegossen) füllen die Wassermoleküle die Zwischenräume der Partikel! Das heißt, dass die Wurzeln keinen Sauerstoff aufnehmen können, da die Erde komplett mit Wasser gesättigt ist. In Gärtnereien mit viel Licht und Luftbewegung mag das kein Problem sein, da die Erde schnell immer wieder austrocknet. Aber bei uns daheim, wo die Erde für Wochen feucht bleiben kann, wird das potentiell zu einem Problem.

Daher mischen wir Anteile von anderen Stoffen in die Erde, die entweder belüftend wirken oder die Wasserspeicherkapazität des Substrats verringern. Dazu gehören Pinienrinde (4-8mm), Perlit, Bims, Lava, Blähton und andere anorganische Substanzen. Diese Zusatzstoffe „speichern“ Luft oder bewirken, dass die Erde schneller austrocknet. 

Das Mischverhältnis ist für jede Pflanze und Situation anders. Pflanzen mit viel Wasserverbrauch (Calathea, Farne) bekommen mehr Erde (Torf, Kokoshum) und Pflanzen mit mittlerem Wasserverbrauch (Monstera, Philodendron, die meisten Zimmerpflanzen) bekommen eine 50:50 Mischung an Erde und groben Zusätzen, während Pflanzen mit einem sehr geringen Wasserbrauch eine Mischung mit nur wenig bis gar keine Erde bekommen. Die Faustregel: Das Substrat soll innerhalb einer, spätestens zwei Wochen austrocknen! Wenn sie das nicht tut führt das eventuell zu einem Problem.

Nicht nur die Mischung, sondern auch die Topfgröße und Pflanzengröße spielt eine Rolle. Je größer der Topf, desto länger bleibt die Erde feucht. Das heißt konkret: wenn du einen kleinen Topf (mit einer relativ großen Pflanze) benutzt kannst du ein Substrat benutzen das mehr Wasser speichert. Benutzt du dagegen einen riesigen Topf (selbst bei einer großen Pflanze) solltest du wirklich darauf achten, dass die Erde nach wenigen Wochen abtrocknen kann. 

Unsere Mischvorschläge

50% Erde, 50% grobe Anteile

Das ist die Mischung, die wahrscheinlich für die meisten Pflanzen und Situation passt. Statt Perlit kannst du auch Bims oder Lava benutzen, allerdings sind diese Stoffe teurer und schwerer, dafür hübscher. Benutze so eine Mischung für Philodendron, Monstera, Efeutute, Aglaonema, die meisten Zimmerpflanzen mit normalem Wasserverbrauch.

25% Erde, 75% grobe Anteile

Diese Mischung ist geeignet für Sukkulenten und Kakteen, also Pflanzen die Wasser speichern können. Sie haben auch einen geringeren Wasserbrauch und sind besonders empfindlich gegenüber ständig nassen Wurzeln. Wir empfehlen Bims, Lava oder Lechuza Pon als grobe Anteile. Das hohe Gewicht dieser Stoffe hält die Pflanze besser im Topf als das leichte Perlit

100% Sphagnum Moos

Wenn du schon mal in die Philodendron- oder Anthurium-Welt geblickt hast, siehst du viele, die mit Sphagnum hantieren. Das liegt daran, dass Sphagnum sich unglaublich gut zur Vermehrung oder für Pflanzen im Terrarium eignen. Für normale Zimmerpflanzen kann man es auch benutzen. Je nach Qualität des Mooses ist es auch im nassen Zustand noch recht luftig – und speichert sehr viel Wasser. Dennoch sollte man vorsichtig damit umgehen, die andauernde Nässe kann auch schädlich sein. Aus unserer Sicht sollte man Pflanzen aus Erde nicht in Sphagnum umtopfen, sondern nur Pflanzen weiterhin in Moos kultivieren, die man in Moos bekommen oder vermehrt hat. In einem Gewächshaus oder Terrarium macht pures Sphagnum mehr Sinn als im Zimmer, unserer Meinung nach.

Wie soll ich am besten umtopfen?

Altes Substrat degradiert. Es zerfällt, schimmelt und wird von Mikroorganismen abgebaut. Daher sehen wir es als sinnvoll, beim Umtopfen die alte Erde zu entfernen. Das muss nicht perfekt sein (um nicht die Wurzeln zu stark zu beschädigen). Lockere mit den Fingern den Topfballen etwas und entferne die Erde durch leichtes Schütteln und weiteres Lockern. Im neuen (oder selben) Topf hälst du die Pflanze am besten schwebend so, wie sie am Ende stehen soll und füllst den Topf mit dem neuen Substrat auf. Achte darauf, dass sich die Wurzeln gut im Topf verteilen und nicht zusammengequetscht sind. Gieße die umgetopfte Pflanze gut an und stelle sie nicht in die direkte Sonne, um extreme Evaporation zu vermeiden. Nach etwa einer Woche sollte sie sich an die neue Erde gewöhnt haben.

Wann soll ich umtopfen?

Umtopfen bedeutet Stress für die Pflanze, vor allem wenn man die alte Erde entfernt. Daher topfe lieber in der Wachstumssaison um, also nicht im Winter. So kann sich die Pflanze schneller erholen und ist in einem kräftigerem Zustand, sowohl davor als auch danach. Wenn du Wachstumslampen hast, kannst du jederzeit umtopfen.

Was ist mit Dünger?

Kokoshum, Rinde, Perlit, Bims etc. enthalten von Natur aus keine Nährstoffe für die Pflanzen. Das ist aber kein Problem wenn man düngt. Mehr dazu beim Thema „Düngung“.

Was ist mit Selbstbewässerungssystemen?

Bei Selbstbewässerungssystemen (sei es per Docht oder Kontakt mit Wasser) bleibt die Erde durch das Wasserreservoir immer feucht. Das ist ein Problem, da die Erde so schneller zerfällt (organische Stoffe degradieren in feuchter Umgebung schneller), außerdem kommen die Wurzeln nicht gut an Sauerstoff. 

Daher empfehlen wir nur rein anorganische grobe Substrate, die auch bei völliger Sättigung mit Wasser genug Luftaustausch ermöglichen. Auf dem deutschen Markt gibt es sowohl Hydrokulturen mit Blähton als auch das Lechuza™ System.

Was ist mit Epiphyten?

Epiphyten sind Pflanzen, die im Regenwald auf Bäumen wachsen. Ihre Wurzeln wachsen entlang Moosen und Baumästen, und sie saugen Wasser auf, das am Baum herunterfließt. Epiphyten haben meist dickere, fleischige Wurzeln, die Wasser speichern können (denke an die typische Phalaenopsis Orchidee). Am Baum gibt es auch nur wenige Nährstoffe, die Pflanze muss sich verlassen auf Exkremente von Tieren.

Für uns bedeutet das folgendes: Epiphyten brauchen eine sehr luftige Erde und wenig Dünger. Benutze am besten eine Orchideen-Erdmischung, und achte darauf dass sie eine gute Qualität hat. Viele Mischungen sind zu fein. Reines Sphagnum Moos funktioniert auch, es ist aber manchen Pflanzen zu nass.

Philodendron sind nur teilweise Epiphyten. Sie klettern und wurzeln zwar Bäume hoch, allerdings wurzeln und starten sie oft auch im Boden. Philodendron kann man also in normaler Zimmerpflanzenerde halten. Anthurien dagegen sind Epiphyten und sollen immer ein sehr luftiges Substrat bekommen.